Konzept

Wir bieten Kindern eine Schule, in der sie ihr Potenzial entfalten sowie ihre Begeisterungsfรคhigkeit und Entdeckungsfreude ausleben und weiterentwickeln kรถnnen. Wir verzichten bewusst auf Hausaufgaben und Prรผfungen.


Pรคdagogisches Konzept

Das Potenzial und die Interessen jedes einzelnen Kindes bilden die Basis fรผrs erfolgreiche, engagierte Lernen. In unseren vielfรคltigen Lernumgebungen erkennen und fรถrdern wir durch gezieltes Beobachten die individuellen Bedรผrfnisse und Stรคrken der Schรผler*innen und schaffen die Rahmenbedingungen, damit jedes Kind seine Stรคrken weiterentwickeln und seine Persรถnlichkeit entfalten kann.

Gefรผhrte Sequenzen und individuelles Lernen

Wir stellen hohe Ansprรผche an die Qualitรคt und Nachhaltigkeit der Lernprozesse. Im Coaching-Gesprรคch bespricht, evaluiert und plant die Lernbegleitung den individuellen Lernweg und die Lernstrategien mit jedem einzelnen Kind. Die Lernbegleitenden ermรถglichen den Schรผlerinnen und Schรผlern verschiedene Lernzugรคnge. Das intrinsisch motivierte, selbstorganisierte Lernen ergรคnzen wir mit gefรผhrten Sequenzen zu den Interessengebieten der Kinder und den Lehrplanzielen.

Praktische Umsetzung des pรคdagogischen Konzepts

Hier kรถnnt ihr sehen, wie unser Konzept in diversen Schulsituationen ganz konkret im Alltag umgesetzt wird.

Wissenschaftliche Grundlagen

Unser pรคdagogisches Konzept wird gestรผtzt durch wissenschaftliche Studien zur zentralen Bedeutung dieser drei Faktoren:
1) das persรถnliche Interesse und dessen Effekt auf die Lernmotivation der Kinder,
2) die vertrauensvolle und tragfรคhige Beziehung zwischen Lernbegleitung und Lernenden fรผr ein positives Lernklima sowie
3) die intrinsische Motivation und deren Konsequenz auf das Wohlbefinden und die Leistung der Schรผlerinnen und Schรผler. Mehr dazu unter “Auf welche Pรคdagogik stรผtzt ihr euch?” bei den Hรคufig gestellten Fragen.

Altersdurchmischtes Lernen

Die Schรผlerinnen und Schรผler lernen an der Schule Quadrius mit- und voneinander. Wir nutzen die Heterogenitรคt als Chance und unterstรผtzen die Kinder darin, ihr Wissen und ihre Stรคrken anderen Kindern zur Verfรผgung zu stellen und sich so gleichzeitig als Lehrende und Lernende zu erleben. Das verbindet das individuelle Lernen mit dem sozialen Lernen und gibt dem Kind die Mรถglichkeit, sein Gelerntes zu festigen und seine Hypothesen zu รผberprรผfen.

Umgang miteinander

Wir begegnen den Kindern auf Augenhรถhe. Eine respektvolle Haltung und Kommunikation ist uns sehr wichtig. Wir begleiten die Kinder bei sozialen Auseinandersetzungen und leben ein achtsames Miteinander vor.


Schulstufen

Basisstufe (ca. 4-8 Jahre)

Die Basisstufe verbindet den Kindergarten und die ersten beiden Primarklassen. Nicht das Alter, sondern der Entwicklungsstand des Kindes ist dafรผr entscheidend, wann es beginnt, das abstrakte Lesen, Schreiben und Rechnen zu รผben. Die Kinder lernen in diesem Alter durch Zuschauen bei den รคlteren Kindern und den Erwachsenen. Ausserdem stehen das handelnde Lernen und ganzheitliche Begreifen im Vordergrund. Wรคhrend des freien Spiels im Rahmen der selbstรคndigen Arbeit entwickeln sich Interessen, die zum systematischen und konzentrierten Lernen รผberleiten. Basierend auf den gemachten Beobachtungen schaffen die Lernbegleiter*innen Inputs (z.B. neues Material, eine Sequenz oder einen Ausflug), welche die Interessen der Kinder mit neuen Herausforderungen verknรผpfen.

Mittelstufe (ca. 9-12 Jahre)

Die Mittelstufe verbindet die 3. bis 6. Primarklasse. In der Mittelstufe steht die selbstorganisierte Arbeit im Vordergrund. Die Kinder entscheiden weitgehend selber, an welchen Kompetenzen sie wann und wie lange arbeiten mรถchten. Ist ein Kind damit รผberfordert oder kann es sich nicht selbst organisieren, trifft die Lernbegleitung im Coaching-Gesprรคch mit dem Kind individuelle, verbindliche und spรคter รผberprรผfbare Lernvereinbarungen.
Viele Kompetenzen eignen sich die Schรผlerinnen und Schรผler durch die Arbeit wรคhrend den frei gewรคhlten Projekten an. Ein Projekt kann fรคcherspezifisch oder fรคcherรผbergreifend zu jedem mรถglichen Thema sein und kurz oder lange dauern.

Oberstufe (ca. 13-16 Jahre)

Die Oberstufe fรผhrt den Weg der Mittelstufe weiter. Nebst der individuellen Arbeitszeit finden geleitete Sequenzen und Sprachunterricht sowie Projektarbeit statt. Die Kompetenzraster und das Portfolio dienen der Dokumentation der Lernkompetenzen und des Lernprozesses. Neu dazu kommen jรคhrlich mehrere Spezialwochen zu spezifischen Themen aus dem Bereich Natur, Mensch, Gesellschaft sowie Musik, wรคhrend deren die Jugendlichen gemeinsam, in Kleingruppen und individuell ein spezifisches Thema ergrรผnden.
Ein wichtiger Schwerpunkt in der Oberstufe ist die Vorbereitung auf den nachfolgenden Lebensabschnitt: Wo sind meine Stรคrken und Leidenschaften, wie mรถchte ich diese in Zukunft ausleben, was braucht ich dazu, damit mir dies gelingen kann und wie erreiche ich dies? Die Jugendlichen werden dazu in individuellen Coachinggesprรคchen begleitet und von den Lernbegleitenden unterstรผtzt.


Lernumgebung

Kinder wollen wissen, kรถnnen und lernen. Sie benรถtigen dafรผr โ€“ neben unterstรผtzenden Menschen โ€“ eine spannende, vielschichtige Umgebung mit unterschiedlichen Themen und vielen Mรถglichkeiten, sich Inhalte anzueignen. Dementsprechend haben wir die Rรคumlichkeiten unseres Schulhauses eingerichtet:

Fotos: Tim Rieder


Hรคufig gestellte Fragen

Wir Menschen kommen als Individuen zu Welt. Wer mehrere Kinder hat, weiss, wie verschieden sie sein kรถnnen, obwohl sie die gleichen Eltern und รคhnliche Rahmenbedingungen haben. Kein Mensch hat die gleichen Veranlagungen, das gleiche Potenzial und die gleichen Interessen wie ein anderer Mensch. Da scheint es absurd, zu denken, dass alle Menschen auf die gleiche Art und im gleichen Tempo die gleichen Inhalte lernen sollen.

Deshalb schauen wir an der Schule Quadrius mit jedem Kind individuell an, wo es steht, welche Inhalte es sich auf welche Weise aneignen mรถchte und wann es bereit ist, etwas Neues anzugehen. So wird die Freude am Lernen erhalten, weil Lerntempo und -weise dem Kind entsprechen.

Idealerweise wird Lernen im Gehirn mit Freude verknรผpft. Freude und Begeisterung kommen dann, wenn wir ein Thema, einen Weg und den Zeitpunkt fรผr ein Projekt oder eine Aufgabe selber wรคhlen dรผrfen und an einer Aufgabe dran bleiben dรผrfen, bis wir damit fertig sind oder eine Pause brauchen. Kinder lernen niemals etwas, nur weil es fรผr die Zukunft relevant ist โ€“ es braucht immer eine Relevanz fรผr das aktuelle Leben des Kindes. Kinder lernen Neues schnell und einfach in der โ€žsensiblen Phaseโ€œ (Begriff von Jean Piaget und Maria Montessori), also wenn sie reif dafรผr sind. Schliesslich brauchen Kinder liebevolle Vorbilder, die selber gern lernen und sich entwickeln wollen. Und wohl das Wichtigste: Das Kind weiss, dass es ein guter Lerner bzw. eine gute Lernerin ist - es weiss, dass es fรคhig ist, sich anzueignen, was es braucht. Damit kommen wir zur Welt und es gilt, dies zu erhalten. Auch gibt es wohl nichts Effizienteres zum Lernen als das kindliche Spiel!

Der Alltag an der Quadrius Schule gestaltet sich auf den einzelnen Stufen etwas unterschiedlich:

In der Basisstufe beschรคftigen sich die Kinder von ihrem Eintreffen am Morgen bis zum Znรผnikreis mit dem freien Spiel und Tun (das kann bei uns alles sein โ€“ forschen, spielen, gestalten, turnen, rechnen, bauen,...); die รคlteren Kinder besuchen zudem den Schafficlub, in dem sie gezielt Rechnen, Lesen und Schreiben lernen - jedes Kind in seinem eigenen Tempo und mit รœbungen, die seiner Lernweise entsprechen.
Dem gemeinsamen Znรผnikreis folgt die Pause auf dem Pausenplatz und im Garten. Danach finden sogenannte Inputs statt, in denen die Lernbegleitenden mit den Kindern ganz unterschiedliche Themen erarbeiten - jedes Kind darf wรคhlen, bei welchem der drei angebotenen Inputs es mitmachen will. Vor der Mittagspause haben die Kinder noch einmal Gelegenheit zum Freien Spiel und Tun und es wird zusammen aufgerรคumt.

In der Mittelstufe arbeiten die Kinder am Morgen zunรคchst in einer stillen Atmosphรคre an ihren zusammen mit dem Coach festgelegten individuellen Lernzielen. Nach der Pause folgen auch hier die Inputs, in denen jedes Kind aus drei Themen eines auswรคhlen wรคhlen darf, das dann zusammen mit der jeweiligen Lernbegleitung erarbeitet wird.
Nach den Inputs folgt bis zur Mittagspause die Projektzeit, in der die Kinder an den gerade angebotenen Input-Themen weiterarbeiten, wenn es sie "gepackt" hat, oder sich in eigene Projekte zusammen mit anderen oder alleine vertiefen. Nach der Mittagspause steht wiederum projektbezogenes Arbeiten bzw. Gestalten oder Turnen auf dem Programm.

In der Oberstufe wird der Vormittag v.a. fรผr individuelles Arbeiten an den Lernplanzielen genutzt, die jedes Kind je nach Tempo und Lernstand individuell mit dem jeweiligen Coach festlegt. Regelmรคssig finden auch gemeinsame Lektionen zu einzelnen Kernfรคchern wie Mathematik, Deutsch, Englisch oder Franzรถsisch statt. Wichtig ist in der Oberstufe die gemeinsame und individuelle Planung und Reflexion des Lernstoffs und Lernstands, die 1x wรถchentlich stattfindet.
Nach der Mittagspause steht wie in der Mittelstufe projektbezogenes Arbeiten bzw. Gestalten oder Turnen auf dem Programm. Die Oberstufe weicht jedoch mehrere Woche pro Jahr von diesem Alltagsschema ab, wenn spezifische Themenwochen stattfinden, z.B. zu Natur und Technik, Rรคume Zeiten und Gesellschaft, Musik oder zur beruflichen Orientierung.

Wir stรผtzen uns auf die erprobten Konzepte verschiedener innovativer Schulen. Insbesondere benรผtzen wir die Instrumente der GrundacherSchule in Sarnen sowie des infans-Konzepts. Dazu integrieren wir Konzepte diverser Forschender und Pรคdagog*innen fรผr unsere Haltung gegenรผber den Kindern und unsere Herangehensweise an das Lernen in unserer Schule. Diese basieren insbesondere auf folgenden Theorien:
- pรคdagogische Interessenstheorie: im Zentrum steht die Bedeutung von persรถnlichen Interessen und deren Effekt auf die Lernmotivation der Kinder
- beziehungsorientiere Pรคdagogik: im Zentrum steht die Bedeutung einer vertrauensvollen und tragfรคhigen Beziehung zwischen Lernbegleitung und Lernenden fรผr ein positives Lernklima
- Selbstbestimmungstheorie: im Zentrum steht die intrinsische Motivation und deren Konsequenz auf das Wohlbefinden und die Leistung der Schรผler*innen.

Vielleicht nicht. Fรผr ein Kind, das sich in vorgegebenen Strukturen sehr wohl fรผhlt und dem die Volksschule leicht fรคllt, stellt sich vermutlich die Frage nach einer Alternative nicht. Uns ist es sehr wichtig, dass nach einem Besuchstag und einem ausfรผhrlichen Gesprรคch sowohl die Eltern als auch die Kinder ein gutes Gefรผhl haben. Weil wir die Kinder individuell und wertfrei begleiten kรถnnen, haben aber grundsรคtzlich alle Charaktere, Eigenheiten und Interessen bei uns Platz. Unsere Schule hat den Vorteil, dass sie Kinder mit Lernbehinderungen nicht รผberfordert und Hochbegabte nicht unterfordert. Wirklich wichtig aber ist die Haltung beider Elternteile: sie mรผssen dem Kind das Vertrauen schenken, dass es sich selbstรคndig entfalten kann.

Wenn beim Lernen von anderen Druck erzeugt wird, rรผcken negative Szenarien wie Scheitern und Versagen in den Vordergrund. Die Gefahr besteht, dass unter Druck Gelerntes mit schlechten Emotionen verknรผpft wird, was zur gรคnzlichen Abneigung von Lerninhalten fรผhren kann. Die Kinder verlieren die Lust am Lernen. Im Gegenzug steigert sich die Angst, Fehler zu machen. Lernen ist nun plรถtzlich nichts mehr Cooles. Es ist mรผhsam, anstrengend, unnรถtig. Manche Kinder verlieren die Lust am Lernen ganz plรถtzlich, andere eher schleichend, รผber neun Schuljahre verteilt. Die wichtigste Aufgabe der Schule besteht darin, den Schรผlerinnen und Schรผler die Lust am Lernen nicht zu nehmen, bzw. sie nicht am Lernen zu hindern!
Wir fordern die Kinder aber durchaus heraus und muten ihnen neue Lerninhalte zu. Sie dรผrfen diese anpacken, ohne Angst vor dem Scheitern haben zu mรผssen.

Ja. Kinder sind neugierig, kreativ und enthusiastisch. Fรผr sie gibt es nichts Schรถneres als zu lernen, da sie alles wissen und kรถnnen mรถchten. Sie ahmen nach, sie lassen sich inspirieren. Wie ihre Lebenswelt immer grรถsser wird, wird ihr Wissen รผber diese Welt immer grรถsser. Kinder lernen, indem sie leben, ganz nebenbei. Weil sie automatisch damit in Kontakt kommen, wollen sie lesen, schreiben und rechnen. Auch Physik und Chemie wird sie irgendwann interessieren, Biologie natรผrlich, Politik sicher auch. Sie werden wissen wollen, was fรผr Religionen es gibt und was sie voneinander unterscheidet. Wie das mit dem unendlichen Universum genau funktioniert. Und wie sich die englische Sprache verstehen lรคsst, in welcher die Lieblingsband ihre Lieder singt.

Lernen geschieht in Alltagssituationen. Kinder stossen auf neue Situationen und Themen, die sie erkunden mรถchten. Und auf Anforderungen, denen sie gerecht werden wollen. Sie lernen Dinge, die in konkreten Situationen unmittelbar nรผtzlich fรผr sie sind. Also benรถtigen sie eine reiche, vielfรคltige, lebensnahe, spannende Lern- und Spielumgebung. Und sie brauchen Menschen an ihrer Seite, die sie respektieren, die ihnen Freiraum gewรคhren, aber doch mit Rat und Tat beiseite stehen. Damit die Kinder sich auf ihre Art, in ihrem Tempo, mit ihren Prรคferenzen entwickeln dรผrfen.

Ja, das kann passieren. Gleiches geschieht auch an herkรถmmlichen Schulen. Wenn Kinder sich mit Themen beschรคftigen, fรผr die sie sich nicht interessieren, bedeutet das nicht, dass sie die entsprechenden Inhalte nachhaltig lernen. Viele Schรผler und Schรผlerinnen lernen nur fรผr die nรคchste Prรผfung und vergessen die Inhalte anschliessend wieder.

Es gibt aber durchaus Lerninhalte, die sehr wichtig sind, und die Kinder auch an unserer Schule lernen mรผssen. Diese sind in den Kompetenzrastern sichtbar. Die Lernbegleiter*innen entwickeln Angebote, welche die verschmรคhten Lerninhalte mit den Interessen der Kinder verknรผpfen. Im Coaching-Gesprรคch kรถnnen die Lernbegleitenden mit einzelnen Kindern individuelle Lernvereinbarungen treffen und die Kinder bei ihren Prozessen begleiten.

Das kรถnnen wir nicht garantieren โ€“ genau so wenig wie die Volksschule. Nicht jedes Kind bringt die Fรคhigkeiten (und das Interesse) mit, ein Gymnasium zu besuchen. Aber jedes Kind bringt eine grosse Palette an Fรคhigkeiten mit ins Leben โ€“ und wir kรถnnen garantieren, diese zu wรผrdigen und ihnen Raum zu geben. Die Erfahrung von รคhnlichen Schulen zeigt, dass Kinder keinerlei Probleme haben bei der Berufswahl. Sie wissen, was sie kรถnnen (und was nicht), kennen verschiedene Lernstrategien, sind noch immer neugierig und haben ein hohes Selbstvertrauen. Ist ein Kind von sich aus motiviert, eine Kanti zu besuchen, erarbeiten wir mit dem Kind die nรถtigen Lerninhalte und bereiten es bestmรถglich auf die fรผr Privatschรผler*innen obligatorische Aufnahmeprรผfung vor.

Lernbereiche ergeben sich oftmals aus der Notwendigkeit, bestimmtes Wissen oder bestimmte Fertigkeiten zu erlangen, um in alltรคglichen Lebenssituationen und in der Interaktion mit anderen zurecht zu kommen. Jedes Kind erhรคlt zu jedem Fachbereich seine persรถnlichen Kompetenzraster, wo alle Lehrplanziele des Kantons Aargau sichtbar sind. Die Lernbegleitenden helfen dem Kind im Rahmen des individuellen Coaching-Gesprรคchs, die entsprechenden Lernmaterialien oder passenden Projekte zu finden.

Auf weitere Kenntnisse, Fรคhigkeiten und Fertigkeiten, die man erlernen kann, stossen die Kinder aufgrund persรถnlicher Interessen, denen sie nachgehen und sich dabei tiefergehend mit Themen befassen. Die Schule hat einen reichen Fundus an spannendem Material zu diversen Lerninhalten โ€“ er wird stรคndig erweitert. An Schulversammlungen wird diskutiert, worรผber die Schรผlerinnen und Schรผler mehr wissen mรถchten, dann werden Fachpersonen eingeladen oder besucht. Jedes Thema รถffnet viele neue Tรผren.

Der Austausch unter den Kindern und mit dem Lernbegleitungsteam sorgt weiter dafรผr, dass die Lerninhalte ihre verdiente Prรคsenz bekommen. Durch das altersdurchmischte Lernen werden Kinder zu Experten auf ihrem Interessensgebiet, sie kรถnnen ihre Mitschรผlerinnen und Mitschรผler inspirieren, ihr Wissen weitergeben (die Qualitรคt der Lernprozesse wird dadurch enorm gesteigert) und Inputs und Ideen annehmen.

Es ist unmรถglich, innerhalb einer Schule Experten fรผr alle denkbaren Themenbereiche zu haben. Jedoch stehen den Schรผlerinnen und Schรผlern eine Vielzahl unterschiedlichster Informationsquellen zur Verfรผgung: Sachbรผcher, Lehrbรผcher, Spiele, das Internet, aber auch ausserschulische Lernorte wie Museen, Bibliotheken, Lรคden, Unternehmen oder die Natur. Die Lernbegleiterinnen und -begleiter unterstรผtzen die Kinder bei der Erschliessung dieser Ressourcen. Zu wissen, wie man sich die notwendigen Informationen holt und sich Fรคhigkeiten aneignet ist eine sehr wichtige Kompetenz!

In der Schweiz, in Europa und weltweit gibt es unzรคhlige gute Beispiele fรผr das Gelingen von Schulen, die nach dem Konzept des individuellen, eigenverantwortlichen Lernens arbeiten. In der Schweiz haben in den letzten 20 bis 30 Jahren beispielsweise die GrundacherSchule in Sarnen oder die Schule Monterana in Degersheim wunderbare Arbeit geleistet. Ob im In- oder Ausland, der Tenor ist immer derselbe: Aus ehemaligen Schรผlerinnen und Schรผlern von Schulen mit รคhnlichem Konzept werden verantwortungs- und selbstbewusste Erwachsene, die โ€“ da sie ihre Bildung nie als die Verantwortung eines anderen, sondern als ihre eigene angesehen haben โ€“ auch nach der obligatorischen Schulzeit gerne neue Sachen lernen. Die Berufe, die sie nach ihrer Schulzeit erlernen und ausรผben sind sehr unterschiedlich โ€“ es zeigen sich in der Verteilung kaum Unterschiede gegenรผber der รถffentlichen Schule.

Unsere Kinder brauchen eine Ausbildung fรผr eine dynamische und komplexe Zukunft. In dieser werden eigenstรคndiges Denken, Neugier, Kreativitรคt, Teamgeist und das Vertrauen in die eigenen Stรคrken essenziell sein. Diese Kompetenzen geben wir unseren Abgรคngerinnen und Abgรคngern mit auf den Weg.

Nein. Steiner und Montessori haben vor gut 100 Jahren in vielen Bereichen Pionierarbeit geleistet. Sie haben Schulen geschaffen, in welchen die Entwicklung des Kindes im Zentrum steht. Wir รผbernehmen die Elemente, welche auf Grund der aktuellen Forschung fรผr die Lernentwicklung der Kinder fรถrderlich sind.
In Montessori-Schulen bestimmen die Kinder selbst, wann sie sich mit welchen Lerninhalten beschรคftigen. Jedoch sind die zur Verfรผgung stehenden Materialien beschrรคnkt und dรผrfen nur auf eine vorgegebene Art und Weise gebraucht werden. Unser Lerninventar besteht unter anderem auch aus Montessori-Material , da sich dieses ausgezeichnet zum individuellen, selbstรคndigen Lernen eignet. Es ist aber nur ein kleiner Teil der vielfรคltigen Lernumgebung.
Von Rudolf Steiner รผbernehmen wir die ganzheitliche Betrachtung des Menschen und die Wichtigkeit von Ritualen im Alltag der Kinder. In Steiner-Schulen werden die Kinder jedoch in Jahrgangsklassen unterrichtet und nebst individualisierenden Elementen sollen die Kinder der gleichen Klasse grundsรคtzlich am gleichen Tag zur gleichen Zeit die gleichen Inhalte lernen. Hier unterscheiden wir uns klar von Steiner-Schulen: Wir mischen die Kinder und sie lernen in ihrem eigenen Tempo.

Langeweile ist kein Problem, das es zu bekรคmpfen gilt, sondern Ausdruck eines wichtigen Selbstfindungsprozesses. Beinahe jeder erlebt Phasen von Langeweile an der Schule. Mit Langeweile klarzukommen ist ausgesprochen wichtig. In diesem Prozess beginnen sich Kinder mit grossen Fragen zu beschรคftigen: Was ist mir wichtig? Was mรถchte ich machen? Wer bin ich eigentlich? Warum kann ich nichts finden, das mich interessiert? Langeweile ist eine wichtige Einrichtung unseres Gehirns, um nach grosser geistiger Anstrengung den Zugang zur Kreativitรคt wieder zu finden.
Fรผr die Schรผlerinnen und Schรผler bietet sich in solchen Momenten die Chance, viel รผber sich und ihr Leben herauszufinden. Unsere Lernbegleiterinnen und -begleiter sind sich dessen bewusst und gehen in solchen Phasen vorsichtig mit ihren Inputs um.

Ja, selbstbestimmtes Lernen kann fรผr manche Kinder schwierig sein. Deshalb lassen wir die Kinder nicht alleine, sondern begleiten sie intensiv bei diesem Prozess und helfen, wann immer es nรถtig ist. Je lรคnger ein Kind in unsere Schule geht, desto besser kann es damit umgehen und desto mehr Verantwortung รผbernimmt es dabei.

Nein. Unsere Basis fรผr die Zusammenarbeit mit den Kindern ist eine stabile Beziehung. Weder im autoritรคren noch im antiautoritรคren Erziehungsstil ist Beziehung gewรคhrleistet. Wir nehmen die Bedรผrfnisse der Kinder ernst, schauen hin und bleiben auch in anspruchsvollen Situationen beziehungsorientiert. Strafen gibt es bei uns keine.
Ausserdem hat unsere Schule Regeln und Grenzen, die fรผr alle verbindlich sind oder mit einzelnen Kindern individuell vereinbart werden. Sie werden wenn mรถglich in Zusammenarbeit mit den Kindern erarbeitet und deshalb auch verstanden und eingehalten.